05 Juni Gesund leben mit TCM
Traditionelle Chinesische Medizin für alle – auch ohne Vorwissen
Bei Traditioneller Chinesischer Medizin denken die meisten erst mal an Kräutertees und Akupunkturnadeln. Aber TCM ist viel mehr als das. Im Grunde ist sie eine ganze Lebensphilosophie – eine, die hilft, gar nicht erst krank zu werden. Und das Schöne daran: Man muss kein Fachmensch sein, um etwas davon zu haben.
Aller Anfang darf langsam sein
Ja, am Anfang wirkt vieles verwirrend. Yin und Yang, die fünf Elemente, die Lehre von den Organen – das Herz gehört zum Feuer, die Leber zum Holz, die Milz zur Erde. Nach ein paar Seiten raucht erst mal der Kopf. Aber das ist völlig okay. TCM lässt sich nun mal nicht im Schnelldurchlauf verstehen. Glauben Sie mir! Sie ist eher wie ein Brei, der langsam vor sich hin köchelt: Hetzen bringt nichts, Geduld schon.
Und der Einstieg ist leichter, als man denkt. Ein Blick auf die eigene Zunge, ein Gespür dafür, wann man müde oder unruhig ist, ein bewussterer Umgang mit dem eigenen Körper – schon das ist ein Anfang. Stück für Stück entsteht daraus ein echtes Verständnis dafür, was einem guttut.
Erst kommt der Kopf, dann der Körper
Das vielleicht Überraschendste an der TCM: Sie kümmert sich zuerst nicht um den Körper, sondern um den Geist. Im Huang Di Nei Jing, einem der ältesten Medizinklassiker Chinas, steht ein Gedanke, der das schön auf den Punkt bringt – frei gesagt: Wer innerlich ruhig wird und nicht ständig hinter tausend Dingen herjagt, bei dem fließt die Lebensenergie wie von selbst. Und wo alles im Fluss ist, hat es Krankheit schwer.
Es geht also nicht nur ums Heilen, sondern vor allem ums Gesundbleiben. Kommt der Kopf zur Ruhe, ordnet sich vieles ganz von allein. Der berühmte Arzt Sun Simiao hat dazu mal sinngemäß gesagt: Ein ausgeglichenes Wesen fällt nicht vom Himmel – man übt es so lange, bis es zur Gewohnheit wird. Genau so funktioniert das auch hier.
Mitten im Alltag üben
Das Beste: Man kann die Grundgedanken der TCM ganz ohne Fachwissen in den Alltag holen. Maßvoll essen, abends rechtzeitig Schluss machen mit dem Futtern, vor Mitternacht ins Bett – und eigentlich schon lange davor, im Frühling viel frisches Grün und im Herbst mal eine Birnensuppe gegen die Trockenheit – fertig.
Schwer ist daran eigentlich nur eines: dranbleiben, Tag für Tag. Aber genau das ist der Trick. Aus den kleinen Routinen wird mit der Zeit ein verlässlicher Rhythmus, der spürbar guttut.
Im Grunde eine Übung fürs Leben
Für alle, die einfach gesünder leben wollen, ist TCM also weniger eine Sache von Diagnose und Therapie als ein Weg zu mehr Gelassenheit. Sie hält einem den Spiegel vor – zeigt die eigene Hektik genauso wie die eigene Ruhe. Der Mensch ist eben ein Teil der Natur: Wer mit ihrem Rhythmus geht, wird getragen; wer sich dauerhaft dagegen stemmt, spürt es irgendwann.
Gelassenheit kommt nicht über Nacht. Aber TCM gibt einem ein Werkzeug an die Hand, um immer wieder die Kurve zu kriegen: Ist der Kopf voll, hilft Stille. Ist der Körper müde, hilft Pause. Sich selbst wieder ins Lot zu bringen – das ist am Ende vielleicht das Wertvollste, was dabei herauskommt.
Alles Gute für Ihre Gesundheit. Ihre Sabine Schmitz
>>> Wer tiefer eintauchen möchte: Mehr dazu in meinem Buch „Die Weisheit des Gelben Kaisers – Traditionelle Chinesische Medizin für ein gesundes Leben“, das im Sommer erscheint. Weitere Updates folgen!