TCM-Tipps für den Frühling

Mit TCM durch den Frühling

TCM-Tipps für den Frühling

Mit der TCM gut durch den Frühling – meine Tipps für Körper und Geist

Der Frühling ist mehr als nur besseres Wetter. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), mit der ich seit vielen Jahren arbeite, gilt er als eine der wichtigsten Jahreszeiten – eine Zeit, in der sich Körper und Geist neu ausrichten können. Ich möchte Ihnen zeigen, wie Sie diese Energie für sich nutzen.

Langsam aufwachen – wie die Natur

Nach dem Winter, in dem alles zur Ruhe kommt, beginnt der Frühling sanft. Genauso geht es uns Menschen: Der Körper braucht Zeit, um wieder in Schwung zu kommen. Statt direkt in intensive Sporteinheiten einzusteigen, empfehle ich zunächst moderate Bewegung – zum Beispiel zügige Spaziergänge in der Natur oder einfache Dehnübungen. Frische Luft tut gut, aber Vorsicht: Wechselndes Frühlingswetter kann schnell zu einer Erkältung führen, besonders wenn man ins Schwitzen gerät und sich dann dem Wind aussetzt.

Frühjahrsputz – auch innerlich

Den Hausputz kennen wir alle. Doch wie steht es mit dem inneren Aufräumen? In meiner Praxis höre ich nach dem Winter sehr oft, dass viele von uns die dunkle Jahreszeit eher träge verbracht haben: schweres Essen, wenig Bewegung, vielleicht etwas mehr Alkohol als sonst. Der Frühling lädt dazu ein, genau das zu ändern. Das kann sich zunächst unbequem anfühlen – ähnlich wie der Blick in eine vernachlässigte Wohnung. Aber wer bereit ist, die Ärmel hochzukrempeln, wird diese Jahreszeit als echte Chance erleben.

Leicht essen statt fasten

Ich empfehle kein striktes Fasten. TCM hält generell nicht viel vom Fasten, da es die Mitte (ihre Verdauungsfunktion) schwächen kann. Aber das nur am Rande… Stattdessen geht es um eine bewusste, unkomplizierte Ernährung: einfache Mahlzeiten, schonend zubereitet – gedämpft, kurz angebraten oder leicht geköchelt. Frisches Blattgemüse, Kräuter wie Minze, Schnittlauch oder Ingwer sowie Sprossen passen hervorragend in die Frühlingskost. Schwere Speisen, Milchprodukte, Zucker, Alkohol und Kaffee sollten hingegen reduziert werden. Essen Sie außerdem lieber etwas weniger – hören Sie auf, bevor Sie sich vollständig satt fühlen.

Die Leber im Fokus

In der TCM ist der Frühling dem Leber-Organsystem zugeordnet – auf Chinesisch „Gan„. Das bedeutet in der Praxis: Beschwerden, die laut TCM mit der Leber in Verbindung stehen, treten im Frühling häufiger auf, können aber auch besonders gut in dieser Zeit behandelt werden. Zu diesen Beschwerden zählen Kopfschmerzen und Migräne, Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen oder Reizbarkeit, aber auch Verdauungsprobleme und Menstruationsunregelmäßigkeiten. Ich erlebe das in meiner Praxis jedes Jahr aufs Neue. Zusätzlich rate ich dazu, sich vor dem starken Frühlingswind zu schützen – er gilt in der TCM als einer der häufigsten Auslöser für gesundheitliche Beschwerden und kann im schlimmsten Fall sogar ernsthafte Folgen haben.

Zeit für Veränderung

Der Frühling ist von Natur aus eine unruhige, dynamische Jahreszeit – und das spüren wir auch innerlich. Stimmungsschwankungen, Ungeduld oder ein diffuses Gefühl von Aufgewühltheit sind in dieser Zeit keine Seltenheit. Ich empfehle, das nicht zu bekämpfen, sondern als Signal zu verstehen: Was möchte sich verändern? Welche alten Gewohnheiten, Beziehungen oder Verpflichtungen tragen Sie noch mit, obwohl sie Ihnen längst nicht mehr guttun? Der Frühling ist die ideale Zeit, um genau das zu benennen und loszulassen. Nutzen Sie diese aufwärtsstrebende Energie für neue Pläne, frische Ideen und einen bewussten Neustart.

Kommen Sie gut durch diese schöne Jahreszeit! Ihre Sabine Schmitz

Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin und Akupunktur in Köln